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Die vorläufige Stadt

Texte von Michaela Heissenberger
Fotografien von Oliver Kern

Die vorläufige Stadt steht in Berlin und besetzt die Lücken, die die Geschichte dort hinterlassen hat: Zwischenraum, wo heute nicht mehr ist, was gestern war und morgen wieder anderes sein wird; Spielräume, Kunsträume, Wohnräume, Freiräume, die der Stadt Luft zum Atmen und vorläufige Aussichten verschaffen. Vor allem aber ist die vorläufige Stadt ein gedanklicher Raum. Hier kann, Jahre nach dem Mauerfall, die Leere noch geatmet werden.

„Früher”, sagt Marvin, „war das hier alles anders. Das haben sie alles verändert. Und früher, ja, da standen hier ganz viele Bäume! Und die Straße da, die ist neu.”
„Und am Ende der Halbinsel”, sagt Marvin, „da konnte man früher gut baden. Jetzt steht da baden verboten. Und früher, da gab’s da ganz viele Fischer. Jetzt fischt da fast keiner mehr.” Marvin ist zwölf Jahre alt.

„Die vorläufige Stadt” ist der Versuch, vorläufige und unwiederbringliche Momente inmitten des Wandels, den die Stadt Berlin in den letzten Jahren erfahren hat, einzufangen und festzuhalten. Bald werden aus vorläufigen Orten endgültige werden und der Reiz der Gleichzeitigkeit der Zeitlosigkeit der Dokumentation weichen